Die Zeit der großen Töne ist in Landwehrhagen längst vorbei. Nach dem letztlich missglückten Zweitliga-Abenteuer unter dem Namen HSG Niestetal/Staufenberg vor dreieinhalb Jahren kämpfen die wieder eigenständigen Handballer des HSC mit aller Kraft für eine solide Basis. Statt um Profitum und Nationalspieler geht es um die Gewinnung von Vereinsmitgliedern und vor allem solide Finanzen.
Der neue Vorstand um den HSC-Vorsitzenden Dirk Zeidler hatte aus den Zweitligajahren noch 26 000 Euro Schulden übernehmen müssen. „Das hat uns unheimlich belastet und uns zu zusätzlichen Einnahmen verdammt.“
Anstatt zu jammern, taten die Landwehrhäger etwas. Wanderangebote, Konzerte, Ü-30-Partys – Veranstaltungen, die der HSC anbot und die Geld in die Kasse brachte. Mittlerweile kann Dirk Zeidler stolz verkünden: „Wir sind bei den Schulden fast wieder auf null!“
Die Veranstaltungen hatten einen weiteren positiven Aspekt. Denn durch sie wurde der Verein im Ort wieder als eine Institution wahrgenommen, die für mehr Lebensqualität sorgte und auf die man sich verlassen konnte. Der Verein erfand sich förmlich neu. Das hatte beim HSC auch Auswirkungen auf die Mitgliederzahl. Zum Ende der Zweitligazeit war der Verein von einst 400 auf nur noch 78 geschrumpft, es gab nur noch zwei Mannschaften. Mittlerweile sind es immerhin wieder 190 Mitglieder und acht Teams. Zeidler beziffert das jährliche Mitglieder-Wachstum auf zirka 20 Prozent. „Wir sind alle bemüht“, so der Vorsitzende, „hier wieder ein familiäres Umfeld zu schaffen, in dem man sich wohlfühlen kann.“
Der HSC, bei dem auch Tischtennis, Gymnastik und Alpinsport betrieben werden kann, fühlt sich mit seiner ersten Mannschaft in der Landesliga Hessen-Nord richtig aufgehoben. Nur hier gibt es zahlreiche zuschauerträchtige Derbys, die auf gutem Niveau stehen. „Zweite Liga wird es hier unter uns jedenfalls nicht mehr geben“, sagt Dirk Zeidler klar,
Im Testspiel gegen Drittligist TG Münden, das 20:42 (9:17) verloren ging, narrten vor allem die Oldies des HSC die TG-Abwehr öfter, als es ihr lieb war. Sven Hinz als der Ideen- und Passgeber und Trainer Hazim Prezic als raffinierter Vollstrecker brachten den Landesligisten Mitte der ersten Halbzeit besser ins Spiel, ohne jedoch die TG ernsthaft in Gefahr zu bringen. Als die Mündener nach der Pause auf eine offensivere Abwehrvariante umschaltete, leisteten sich die Gastgeber viele technische Fehler und mussten Tempogegenstöße hinnehmen. Dominik Gottschalck, Nils Brücker, Louis Feckler und Hazim Prezic (alle 3 Treffer), waren am erfolgreichsten für den HSC. Für die TG traf Dominik Leinhart zehnmal.
Beim HSC fehlte noch Neuzugang Steve Wolf (22). Der 2,03-Meter-Mann kommt aus Leipzig (Verbandsliga). (Artikel aus HNA)
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 13. September 2010 um 07:38 Uhr